Bertelsmann Stiftung
Modestadt Berlin - Haute Couture am Werderschen Markt
Ein Abend mit der Autorin Gesa Kessemeier im Gespräch mit der Journalistin Shelly Kupferberg
Diskussion/LesungBerlin war einmal Modehauptstadt. In den 1920er Jahren entwarfen Berliner Couturiers Kleider von internationalem Rang, belieferten Filmstars und prägten eine urbane Eleganz, die mit Paris konkurrierte. Nur wenige Jahrzehnte später war diese Welt ausgelöscht – durch Entrechtung, Vertreibung und Exil.
In ihrem Buch Modestadt Berlin rekonstruiert die Mode- und Zeithistorikerin Gesa Kessemeier die Geschichte der Berliner Konfektion und Modesalons zwischen 1836 und 1936. Mit akribischer Recherche und erzählerischer Präzision macht sie ein kreatives Milieu sichtbar, das lange aus dem kulturellen Gedächtnis verschwunden war.
Im Mittelpunkt des Abends steht der Designer Joe Strassner, ein gebürtiger Charlottenburger und großes Talent der späten 1920er Jahre. Er arbeitete für das Modehaus Hermann Gerson, das im 19. und frühen 20. Jahrhundert direkt gegenüber dem heutigen Haus der Bertelsmann Stiftung am Werderschen Markt residierte. Von hier aus gingen seine Entwürfe in die Welt – darunter exklusive Modelle für Lilian Harvey. Im Exil arbeitete Strassner später unter anderem für Alfred Hitchcock.
Geplant ist die Präsentation einer Replik eines Strassner-Mantels sowie filmische Einblicke in die Rekonstruktionsarbeit junger Designer:innen. Modegeschichte wird so nicht nur erzählt, sondern sichtbar – und berührbar.
Im Rahmen der Berliner Stiftungswoche 2026, die unter dem Leitmotiv „Warum die Zukunft uns braucht“ steht, fragt der Abend auch: Was bedeutet es für eine Stadt, ihre kreativen Traditionen wiederzuentdecken? Welche Geschichten müssen wir erzählen, um kulturelle Brüche zu verstehen? Und wie prägt das Wissen um Verlust, Exil und Neuanfang unseren Blick auf die Zukunft?
Ein Gespräch über Stil, Geschichte und Erinnerungskultur – und über Berlin als Ort der Wiederentdeckung.
*** Hinweis: Die Veranstaltung ist ausgebucht. ***
Bei organisatorischen Fragen zur Veranstaltung können Sie sich gern an Anne Schröder unter anne.schroeder@bertelsmann-stiftung.de
melden. Die Registrierung zur Teilnahme bitte über den Link in der Infospalte rechts vornehmen.
