Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE
Resilienz in Chemie, Pharma und Rohstoffgewinnung
Kritische Verwundbarkeiten und strategische Optionen
In unserer Studie untersuchen wir die Resilienz der Schlüsselindustrien Chemie, Pharma und Rohstoffgewinnung vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen und fragiler Lieferketten. Globale Krisen, Handelskonflikte und energiepolitische Unsicherheiten haben gezeigt, wie anfällig unsere Industrie und unsere Versorgungssysteme sein können. Für ein hochindustrialisiertes Land wie Deutschland ist die Stabilität seiner Schlüsselbranchen von zentraler Bedeutung. Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und gesellschaftliche Stabilität hängen davon ab.
Resilienz verstehen wir nicht nur als Widerstandsfähigkeit. Es ist ein Konzept, das eng mit sozialer Teilhabe und gesellschaftlicher Akzeptanz verknüpft ist. Im Fokus der Publikation stehen drei Fallstudien zu bestehenden Abhängigkeiten, insbesondere gegenüber Ostasien und den USA: Im Bereich pharmazeutischer Wirkstoffe, in der Rohstoffverarbeitung und bei Prozesschemikalien für die Halbleiterindustrie. Anhand dieser Fälle werden strukturelle Schwächen wie Importabhängigkeiten in der Pharma- und Halbleiterindustrie, hoher internationaler Preisdruck sowie Akzeptanzprobleme im Rohstoffabbau aufgezeigt. Zudem wird der branchenübergreifende Fachkräftemangel als zentrales Resilienzrisiko identifiziert.
Wir leiten aus unserer Studie wichtige Handlungsempfehlungen ab: Resilienz verlangt eine strategische Industriepolitik, die Abhängigkeiten offenlegt und Risiken berücksichtigt. Unternehmen müssen ihre Lieferketten diversifizieren, während die Politik verlässliche Energiepreise, schnellere Genehmigungen und planbare Investitionen schaffen muss. Dazu braucht es Forschung und europäische Kooperationen, um technologische Souveränität, Versorgungssicherheit sowie soziale und ökologische Verantwortung zu verbinden.
Über die Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE:
Wir sind Think Tank, Netzwerk und Beratung. Wir arbeiten wissenschaftlich fundiert und praxisnah für eine zukunftsorientierte Industriepolitik und nachhaltige Entwicklung aus Sicht der Beschäftigten. Dazu bringen wir Akteure aus Gewerkschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen und stellen Wissen für betriebliche Mitbestimmung und die Transformation der Industrie bereit. Wir erstellen Studien, Diskussionspapiere und andere Publikationen und organisieren Diskurse, Fachgespräche und Konferenzen, in denen wir unsere Arbeit zur Diskussion stellen.
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