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6. Apr – 19. Jun
Kunst & Kultur Umwelt & Natur Vor Ort
Stiftung Brandenburger Tor

Im Atelier Liebermann: Michael Wesely

Visual archaeologies (1943–2022)

Der Fotograf Michael Wesely (*1963) hat die Langzeitbelichtung als künstlerische Methode perfektioniert. Die durch Bewegung des Motivs während der Belichtungszeit entstehende Unschärfe gilt oft als Schwäche der Fotografie, doch Wesely erforscht bewusst die Möglichkeiten des inhaltlichen Ausdrucks, die in ebendieser technischen Notwendigkeit und ihrer bewussten Manipulation und Ausdehnung liegen. Damit rückt das Motiv in seiner Zeitlichkeit in den Fokus, eine Ebene, die in der bildenden Kunst und besonders der Fotografie meist eher negiert wird.

In Erinnerung an den ehemaligen Hausherrn und Künstler Max Liebermann zeigt die Stiftung Brandenburger Tor in ihrer Ausstellungsreihe »im Atelier Liebermann« zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen. Anknüpfend daran, dass sich an diesem Ort das berühmte, durch den Krieg verloren gegangene Dachatelier Max Liebermanns und damit ein Zentrum aktueller Kunstproduktion befunden hat, rückt das Ausstellungsformat den künstlerischen Entstehungsprozess in den Fokus: Im imaginären Atelier Liebermanns zeigen die ausstellenden Künstler, was ihr künstlerisches Schaffen inspiriert und wie die Arbeit im Atelier aussieht. Sie gehen der Frage nach, was Atelier heute bedeutet. Betreut wird die Reihe von Beirat Prof. Dr. Wulf Herzogenrath. Die einzelnen Ausstellungen kuratieren die Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit dem Ausstellungsteam der Stiftung

Im »Atelier Liebermann« setzt Michael Wesely sich intensiv mit dem Haus Max Liebermanns und der Veränderung des Ortes im Lauf der Jahrzehnte auseinander. Vor und während der Ausstellung nimmt Michael Wesely durch die Aufstellung von Kameras am Haus Bezug auf diesen Ort. Er fokussiert dabei auf den Blick nach außen auf den Tiergarten und auf den Pariser Platz.